Bericht über das Treffen von Nils Peter Sieger mit Pater Josef Johler in der Guajira, Venezuela

Im Spätsommer 1979 trifft Nils Peter Sieger in Venezuela auf Pater Josef Johler, der 150 km vom ersten SOS Kinderdorf entfernt seit vielen Jahren etwa 30.000 Indianer-Waisen betreut. Wir bringen den Bericht im vollständigen Wortlaut und zum Download.

Bericht über mein Treffen mit Pater Josef Johler in der Guajira.

Von Nils Peter Sieger (Herbst 1979).

Die Guajira ist die Halbinsel nördlich von Maracaibo) (Venezuela.), die noch heute von wilden Indianern bewohnt wird. Dort leben etwa 80.000 Einwohners Eingeborene, die laut Pater Johler zu 60 % unter 19 Jahre alt sind. Die Armut in dieser Gegend ist unbeschreiblich groß, das Land ist trocken und unfruchtbar. Vor 20 Jahren kam Pater Johler (Salesianer) in diese Gegend, betreute die deutschsprechende katholische Gemeinde in Maraibo. Mit 2 italienischen Salesianer-Patres zog er sich dann in die Guajira zurück.. Hier befindet sich ein Jugenddorf, DON BOSCO, eine landwirtschaftliche Jugend-Einrichtung, in der ca. 500 Jungen aus der Guajira: unter Aufsicht der Salesianer aufwachsen.- Von Fachkräften werden sie in der Landwirtschaft ausgebildet. Es sind meist Jungen aus asozialen Verhältnissen. Die Ausbildung und die Unterkunft für die Jungen ist ausreichend und gut.

Nils Peter Sieger mit Hermann Gmeiner

Nils Peter Sieger mit Hermann Gmeiner

Pater Johler, der aus Oberstauffen im Allgäu stammt, hat sich jedoch mit Einwilligung seines Salesianer-Vorgesetzten selbständig gemacht und kümmert sich nunmehr ausschließlich um die Betreuung der Jungen und Mädchen in den Indianer-Siedlungen der-HalbinseI. Sie gehört zwar politisch halb zu Venezuela, halb zu Columbien, aber keine der beiden Regierungen kümmert sich um sie.

So fährt Pater Johler mit einem klapprigen Volkswagen oft Wochen und Monate auf der Halbinsel umher und kümmert sich darum, daß die Indianerkinder, die zum großen Teil von den Eltern verlassen werden oder von den columbianischen Indianern auf die- venezolanische Seite abgeschoben werden, mit seinen geringen Mitteln etwas betreut werden.- Er hält Katechismus-Unterricht und versucht, die größte Not der Kinder- durch kleine nutzbringende Dinge zu lindern. So sammelt er Geld, um Blechgefäße kaufen zu können, die er gezielt auf die 550 km lange Halbinsel verteilt und mit Wasser gefüllt aufstellt. Die Kinder kennen diese „Oasen“ in der Dürre und laufen oft bis zu 10 km, um gemeinsam daraus Wasser zu trinken.

Laut Pater Johler, einem etwa 47 Jahre alten, fröhlichent.bescheidenen und freundlichen Mann, dem wir in seiner echten Kinderarbeit,helfen sollten, sterben die verlassenen und hungernden Kinder in dieser Region zu Hunderten. Er selbst verdient sich das Geld für seinen bescheidenen Unterhalt, seine Reisen und seinen Unterricht damit, daß er von den Indianern handgearbeitete Gegenstände in Caracas verkaufen läßt.

Als enger Nitarbeiter von Herrn Dr. Hermann Gmeiner, SOS-Kinderdorf International, habe ich Pater Johler im Spätsommer 1979 kennengelernt und ihm bei seiner Missionsarbeit zugeschaut. Wenn wir nicht in der Nähe seiner Station, in etwa 150km Entfernung, in der Stadt Maracaibo gerade ein SOS-Kinderdorf errichtet und eingeweiht hätten, wären wir sicherlich bereit, seine Sorgen zu beheben und ein ähnliches Projekt mit Pater Johler aufzubauen.- Dieser war vor 15 Jahren einmal in Österreich und hat sich das Kinderdorf in Imst bei Innsbruck angeschaut, kennt Dr. Hermann Gmeiner vom Namen her, auch sind ihm die SOS-Kinderdörfer in der Welt von Ber4hten bekannt..

Der deutschen Botschaft, dem Botschafter Dr. Redies, Caracas, und auch der deutschsprechenden Gemeinde in Maracaibo ist die legendäre Figur des Pater Johler ein Begriff, und man verehrt ihn in Maracaibo wie einen Heiligen.. Finanzielle Hilfe erhält er jedoch nicht. Es haben ihn schon viele Leute von der Presse besucht, die ihn baten, Berichte und Farbbilder an die Redaktion zu senden, man würde ihm dann durch Veröffentlichungen helfen. Bis heute erhielt er aber von keiner Seite echte Hilfe. Er ist inzwischen müde geworden, Berichte und Fotos zu versenden. Meine Bitte an Freunde. und Schulklassen in Deutschland:

„Laßt uns dem guten Pater Johler helfen! Er betreut fast 30.000 Kinder auf der Indianer-Halbinsel.“

Der Bericht für Sie zum Download: Bericht über das Treffen von Nils Peter Sieger mit Pater Josef Johler in der Guajira, Venezuela

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Nils Peter Sieger über den Aufbau der spanischen SOS Kinderdorf-Organisation von 1979 – 1990

In seinen Erinnerungen beschreibt Nils Peter Sieger den Aufbau der spanischen SOS Kinderdorf-Organisation in den Jahren von 1979 bis 1990. Wir bringen das Kapitel in voller Länge und zum Download.

Die Entstehung des spanischen SOS Kinderdorf Dachverbandes aus meiner persönlichen Erinnerung

Von Nils Peter Sieger

Die folgende Geschichte ist eine kurze Zusammenfassung meiner Erinnerungen der Zeit des Aufbaus des SOS Kinderdorf Dachverbands in Spanien, zwischen 1979 und 1990. Die spanische Endfassung dieser Geschichte kann sich etwas ändern, aber ich fände es schade wenn all zu viel verloren ginge.

Es war im Jahre 1988-1989, als ich in Vertretung von KDi das Kinderdorf in Maracaibo – Venezuela einweihte und anschliesend zu einer “Emergency-Besprechung“ nach Innsbruck geladen wurde.

Hermann Gmeiner und ein Team von Mitarbeitern versammelten sich, um über die unzumutbaren Umstände der Kinderdörfer, “Tibidabo“ und “San Filu de Condinas“ zu berichten.

In Barcelona gab es seit Jahren einen SOS Kinderdorf Verein, der neben Tibidabo in einem Privathaus funktionierte, welches Frau Monserrat de Julia, einer Bekannten von Hermann Gmeiner und Gründerin des SOS KD in Catalunha, gehörte. Paralel war auch ein Kinderdorf in Vigo-Redondela gegründet worden, welches der Leitung von Frau Rita Regojo unterlag, Frau eines bekannten galizer Poilitikers und Mutter sieben Kinder.

Meine Aufgabe wurde mir von Hermann Gmeiner persönlich erteilt. Es galt einen Dachverband in Madrid zu gründen, der die beiden bereits bestehenden Institutionen integrierte. Es sollte eine neue demokratische Ordnung erstellt werden, die einem Dachverband untergeordent werden sollte: “SOS Kinderdorf de Espanhä“.

Nils Peter Sieger und Juan Belda Becerra, der Präsident von SOS KInderdorf Spanien, bei der Gala zum 25-jährigen Bestehen der Organisation

Nils Peter Sieger und Juan Belda Becerra, der Präsident von SOS Kinderdorf Spanien, bei der Gala zum 25-jährigen Bestehen der Organisation

Zu diesem Zeitpunkt (1989-1990), war Herr Dr. Schellenberg, Österreichischer Botschafter in Madrid. Durch seine Kontakte, erlangte er für Hermann Gmeiner, Frau Monserrat de Julia und mich, eine Audienz bei König Juan Carlos.

Der Termin war bestätigt und wir flogen einen Tag zuvor in Madrid ein. —. Es war ein äußerst warmer Tag. Wir kamen spät in unserem Hotel in Madrid an.

Am darauf folgenden Morgen — Hermann Gmeiner war etwas angespant — fragte er mich Dinge wie: “ Wo sind wir?“, “ Welche Währung benützt man hier?“. Ich antwortete ihm: “Hermann um 10 Uhr kommt der Wagen des Botschafters und um 11 Uhr beginnt die Audienz beim König Juan Carlos in der Zarzuela.“ — Und versuchte ihn etwas zu beruhigen.

Der Wagen des Botschafters fuhr pünktlich vor und die Audienz begann um 11 Uhr wie vereinbart.

Sie begann mit einer Presentation des Botschafters Schellenberg, in der er Frau Monserat de Julia, Herman Gmeiner und mich als auch die Grundlineien des SOS Kinderdorf-Vereins vorstellte. (Fotos dieser Audienz befinden sich im Büro Juan Beldas).

Dann übernahm Hermann Gmeiner das Wort. — Ich erinnere mich noch sehr gut daran wie Hermann sich zu mir umdrehte und sagte:

Nils, sage dem «Bub» doch bitte folgendes Ich überstetze und König Juan Carlos hörte aufmerksam zu.— Dann Antwortete König Juan Carlos ebenfalls in Deutsch: “Nils und jetzt sage doch Du dem «Bub» bitte folgendes (…)“. — Alle lachten und das Eis war gebrochen.

Daraufhin begann unsere ExF5osition der Idee der Gründung einer Dachorganisation der SOS Kinderdörfer in Spanien. — Ein Representant des spanischen Sozial-Ministeriums, erwähnte daruf, d~ß es im Büro Adolfo Suarez, eine sehr kompetenten Juristen, Namens Juan Belda gäbe, der uns bei der Erstellung der Statuten behilflich sein könnte.

Der König stellte uns dann seinen Sohn, Prinz Filipe, als Ehrenpresident zur Verfügung. Eine große Ehre für unseren spanischen SOS-KD Verein.

Nach Abreise Hermann Gmeiners und Moserrat de Julia, begab ich mich in Adolto Suarez‘ Büro in Miguel Angel nr.14 und lernte den freundlichen Anwalt Juan Belda, Familienvater von vier Töchtern und seine Frau Sonja, kennen.

Genau zu diesem Zeitpunt, verlor Adolfo Suarez damals die Wiederwahl zum Staatspresidenten an Filipe Gonzales. Das Schadete natürlich dem Büro. Suarez war diverse Kompromisse eingegangen, die er nunmehr hicht erfüllen konnte und verlies das Büro. Juan Belda war also alleine mit all der Arbeit und den Kompromissen des zuvorigen Staatspresidenten, seinem Partner.

Juan war in einer schwierigen Situation. Trozdem nahm er sich meiner, und der Gründung des SOS — KD Dachverbands für Spanien an, ohne zunächst dafür bezahlt zu werden. Doch seine Hilfe an einem in Spanien existierendem Problem: mittellosen bzw. Elternlosen Kindern zu helfen, war es ihm — einem Familienvater — die Mühe wert.

Die Arbeit nahm von Tag zu Täg zu und ich bedrängte ihn ständig mit neuen Ideen für den Bau des Escorial Dorfes. — Damals gab es noch Silveiro Fernandez einen Immobilienmakler, der nebenbei Theologie studierte und der mich jeden Morgen pünktlich um acht Uhr bei Infanta Margarida abholte um mit mir zur Messe zu den Jesuiten zu gehen.

Wir suchten ein geeignetes Grundstück im teuersten Viertel vom Escorial. — So kam es, daß wir uns an Pepe Fernandez, dem damaligen Bürgemeister wandeten. — Silveiro fuhr mich in sein Büro, lies mich dort alleine zurück, weil er es als eine Zumutung empfand, den Bürgermeister um die Schenkung eines Grundstück zu ersuchen.

Mit reichlich Erfahrung aus Venezuela ausgerüstet, unterbreitete ich Pepe den folgenden Vorschlag:

Wenn es ihm gelänge uns das Grundstück zu schenken, könnte er – für Fall bei den nächsten Bügermeisterwahlen nicht wiedergewählt zu werden — sich wieder dem Baugewerbe zuwenden und eventuell die Bausausführung des Kinderdorfes übernehmen. — Er akzeptierte diesen Vorschlag und es gelang ihm, seinen Ortsvorstand von der Idee zu überzeugen.

Pepe organisierte innerhalb der ‘grünen Fläche“ der Gemeinde ein Grundstück von ca. 3 ha, auf der wir später das Dorf bauten.

Als das Kinderdorf in Escorial soweit fertig gebaut war, begann die Auswhl der KD-Mütter. Für diesen Zweck gaben wir Announcen auf, mit dem Tietel „ Madre — una nueva profission“ — mit einem Bild einer Mutter und einem kleinen Kind auf ihrem Arm. Bei über hundert Bewerberinnen bewarb sich auch ein Mann. Pepe Gonzales; er schrieb: “ soj soltero, viuvo, tengo ficha en una Aldea en Catalhuna. Yo tengo una posicion social batante importante e tengo un tractor Honda. ..procuro una mujer, que saiba cozinhar bien e que saiba montar mi tractor e que trate mia criacön de conejos…“. Er hatte die Anzeige falsch verstanden und dachte wir seinen eine Partnervermittlungsinstitut. — Wir haben den älteren Herrn — 78 Jahre — später besucht und ihm eine Stelle als Gärtner in San Filü angeboten, nachdem wir ihm das Missverständniss erklart haften. Sein Brief wurde später von SOS¬Kdi überstezt und als Anekdote im Kinderdorfmagazin veröffentlicht.

Als man das KD in Escoril, das erste des SOS KD Dachverbands in Spanien einweihte, beehrte uns IKH Königin Sofia mit ihrer Anwesenheit. Auf.spanische teilte sie uns damals mit, daß ihr Sohn, Prinz Filipe der Ehrenpresident leider nicht anwesend sein könnte, sie ihn aber vertrete — sie mache also seine „Schularbeiten“, was auf das Verständniss der Anwesenden appelierte . Kleine Selbstverständlichkeiten, unter Familien — so wie auch bei unseren SOS-KD-Familien.

Zurück nach Tibidabo und San Filiu, den breits existierenden SOS¬KD in Catalunien. Ausgerüstet mit allen Vollmachten, reiste ich zum ersten Male von Madrid nach Barcelona, um mir die Dörfer Tibidabo und San Filu anzusehen und die Vorstandsmitglieder kennenzulernen.

Pepe Penha, erwartete mich am Flughafen. Er war von Beruf Büro¬Möbel Verkäufer in der Firma seines Vaters. Nebenbei war er freiwilliger Helfer bei SOS Kinderdorf. Er hatte ein gutes Verhältniss zu den Kinderdorf-Müftern. Das machte ihn mir besonders symphatisch. So fuhren wir zuerst nach Tibidabo, daß wirklich alles andere als ein Hermann Gmeiner SOS Kinderdorf war, sondern vielmehr eine umgebaute Familienstätte, in der Kinder und Jugendliche gemeinsam untergekommen waren. Anschliesend fuhren wir bei ströhmenden Regen eine unbefestigte Straße hinunter in das Dorf San FiIu de Condinas, welches zur Gemeinde Sabadell gehört. Ich muß hinzufügen, dass ich erstmals von Sabidell hörte als meine Mutter mir erzählte, daß mein Vater dort die Nachrricht meiner Geburt per Telegramm erhielt, als er als Metereologe in der Flughafenkaserne von Sabadell in der Legion Condor diente.

Hier lernte ich in einen sehr hübschen aber schwer zugänglichen Teil Spaniens und eine rührende Kinderdorf-Familie dessen Mutter Rosa Oberhaupt war, kennen. Ein Großteil ihrer Kinder waren und sind geistig behindert. Es waren noch sechs weitere SOS KD – Familien im Dorf.

Ich hatte eine Wut im Bauch, denn jedesmal wenn ich an die vornehmen Vorstandsmitglieder in Barcelona dachte, für die ich sogar Kravatte anlegen mußte — und diese mit dem hier existierenden Bedingungen vergleichte.

Ich kann mich erinnern, das sich Herr Xavier Borilho damals unter den Anwesenden des Vorstands befand. Es war äußerst beschämend, als ich nach der exakten Lokalisierung des Dorfes San Filu fragte und mir niemand außer Pepe, Auskunft geben konnte, weil sie noch niemals dort gewesen waren. — Diesen Herrschaften war nicht bewußt in welchem Zustand Mutter Rosa und ihre Kinder lebten.

Die Notwendigkeit eines Dachverbands wurde auch mir erst damals so richtig bewußt. Gott sei Dank konnte ich Juan damals überreden sich als President des Dachverbands zu arrangieren.

Nach dem ersten Aufbaujahr flogen Juan und ich flogen nach Imst, um ihn (Juan) Hermann Gmeiner vorzustellen.

Als wir Nachts in lmst ankamen, fuhren wir mit dem Taxi hinauf ins Kinderdorf. Auf dem Wege entdeckte Juan ein beleuchtetes Haus — das Rathaus. Er erzählte mir dass, er vor vielen Jahren, als er noch Leiter des Viehzucht Verbands Andaluziens war, genau in diesem Gebäude für den Ankauf von jedem österreichischen Rind einen Schnaps hätte trinken müssen. — Eine äußerst amüsante Geschichte; und welch ein Zufall, oder etwa Fügung — nach so vielen Jahren hier noch einmal vorbei zu kommen.

Am Morgen darauf trafen wir uns mit Hermari Gmeiner in seinem bescheidenen Arbeitszimmer, um uns auszutauschen. Eine Kinderdorf-Mutter machte uns Frühstück und wir sprachen über den Dachverband in Madrid. Zum Abschied, sagte Hermann zu Juan: ‘Wenn Du einmal 100.000 Mitglieder hast, sehen wir uns wieder!“

Heute, gut 20 Jahre nach dem geschilderten, ist es soweit. — Doch leider ist Hermann in der Zwischenzeit verstorben und Juan ist President des spanischen Kinderdorf Vereins. Er hat weitere sechs Dörfer errichtet denen der Herman Gmeiner Fond nicht mehr helfen muß. Spanien ist heute ein “blühendes Kinderdorf-Land“. Mit ca. 100.000 eigenen Mitgliedern.

Juan Belda war in er Anfangsphase wirklich sehr gefordert und die Arbeit stieg ihm über den Kopf. Nicht nur, daß er seinen Partner in der Kanzlei verlor, der ihn mit vielen Problemen alleine lies, sonderen auch der breits funktionierende Verein mit einem viel zu vornehmen Vorstand, der ihn (Juan) manchmal zu häftig kritisierte — obwohl er es doch nur gut meinte.

Einmal wurde es selbst mir zuviel, als man ihm diverse Dinge vorwarf, so das ich aufstand und als offizieller Vertreter von SOS KD sagte das Juan ‚fähig“ ist.

Ich weiß nämlich genau, daß in der Zarzuela damals im Beisein des IKH gesagt wurde „ Juan es capable“ — sagte der König selbst. Ich war so wütend darüber, daß man ihn andauernd kritisierte, dass ich vergaß was das spanische Wort für fähig ist und so übersetzte ich es frei aus dem portugiesischen, obwohl es im spanischen einen ganz anderen Sinn hat. Alle Anwesenden mußten damals lachen.

Juan zitiert noch heute oft gerne diesen Satz; von Nils — seinem deutschen Freund.

Eine der wichtigen Personen die es verdient genannt zu werden, ist Prinzessin Sophia von Habsburg. Wir lernten sie kennen, als wir in Marbella eine Promotionsveranstaltung auf der Caralela EVERI gaben. Sie erschien mit ihrem damaligen Freund Philipp Junot — frisch geschieden von Prinzessin Caroline von Monaco.

Beide setzten sich damals für uns ein und Sophia zog sogar nach Madrid um in unserem Büro die „Kinderdorfidee“ zu fördern. Sophia lebt heute in Rom. Wir haben ihr viel zu verdanken!

Wahrscheinlich war auch sie der Grund, weshalb sich uns damals ein Freund Juan Beldas, Frederico Major Zaragoza, anschloss — der später President der UNESCO Paris wurde und der heute noch Mitglied des Consejo Ascesor ist.

Eine andere Geschichte im spanischen SOS-KD Dachverband war unsere Galeon EVERI — die Replika einer spanischen Caravela. Sie bereitete uns viel Spass, aber auch Arger.

In jedem Hafen in dem wir anlegten, erregten wir Aufsehen, so dass wir die 505 KD – Organisation gut promovierten. Um mehr Informationsmaterial unter die Bevölkerung zu bringen, waren wir mit Postern und Broschüren ~n Bord, wo man uns besuchen und mehr über die Kinderdörfer erfahren konnte.

Als das Schiff dann später erst in Cartagena und dannach nochmals in Sevilha versank, beendeten wir die Werbereise mit der Kolumbus Caravela, über die sehr viel in allen spanischen und auch internationalen Medien berichtet wurde.

20 Jahre später:

Dank Juan Belda und dem König Juan Carlos, durch den wir diesen hervorragenden Presidenten haben kennenlernen dürfen, haben wir es geschafft, einen gut gehenden Dachverband zu bilden und den Namen “Aldeas SOS“ als bekanntgewordenes Markenzeichen für Hilfe an elternlose Kinder und Jugendliche in Spanien zu bestätigen.

Monserrat de Julia hat sich später in den Dachverband integriet und Tibidado aufgelöst.

Die lehmige Strasse nach San FiIu, in dem die großartige Mutter Rosa ihre Kinder aufzog, wird endlich asphaltiert.

Xavier Borilho ist Vize-President und leitet das Projekt in Catalunien.

Ich erhielt nach all den Aufbauarbeiten in Spanien und nach 15 Jahren Arbeit in Portugal und Latein America, die höchste Auszeichnung, vom deutschen Bundespresidenten selbst: das Bundesverdienstkreuz — mit der Laudation ich häfte zum Guten Ruf der Bundesrepublik im Ausland beigetragen.

Das war ein sehr schönes Geschenk und vor allem einen Anerkennung meiner Bemühungen.

Gerade deshalb habe ich eine sehr herzliche Verbindung zu unserem spanischen Dachverband — der auch heute noch immer mit meiner Hilfe rechnen kann.

Nils Peter Sieger

Der Artikel für Sie zum Download: Erinnerungen SOS KInderdorf Spanien Gründung von Nils Peter Sieger (pdf)

Bildhübsches Kleinod an der Langelohstraße – Die Osdorfer Zeitung über das Bauernhaus von Nils Peter Sieger

Die Osdorfer Zeitung veröffentlichte 1991 einen Artikel über das von Nils Peter Sieger und seinem Bruder Rol restaurierte historische Bauernhaus in der Langelohstraße. Wir bringen den Artikel im Volltext und zum Download.

Bildhübsches Kleinod an der Langelohstraße

Autofahrer, die von der Osdorfer Landstraße in die Langelohstraße einbiegen, müssen bei dem starken Verkehr besonders Obacht geben. Aber einen Blick riskieren sie doch, denn das Haus schräg gegenüber dem Heidbarghof lädt dazu ein. Und Fußgänger bleiben stehen, um sich daran zu erfreuen, besonders an dem hübschen Giebel mit dem Fachwerk, und die geöffnete „Grot Döhr“ gibt den Blick auf eine Glastür mit Butzenscheiben frei.

Dieses schmucke Haus hat eine wohl 200jährige Geschichte, das genaue Baujahr läßt sich aber nicht mehr ermitteln. In der Osdorfer Chronik heißt es, daß sich der Besitzer Johann Hinrich Blohn 1768 zu seinen zwei Himbtsaat Land noch eine halbe Hausstelle ausweisen ließ. Über den Schmied Hans Christoph Leseberg und dessen Sohn Johann Leseberg, gelang das Anwesen 1857 in den Besitz des Milchhändlers Sahling. Unter diesem Namen ist es alten Osdorfern noch bekannt, die dort, in einem Anbau, ihre Milch und Butter kauften. Als Hans Sahling sich zur Ruhe setzte, übergab er den Hof, er wird im Höfe-Register mit der Nummer 30 geführt, seinem Neffen Johann Heinrich Sahling, ebenfalls ein Milchhändler, wobei für den Vorbesitzer und seine Schwester als Altenteilerfieferung vereinbart wurde: Täglich ein Liter Milch, wöchentlich eineinhalb Pfund Butter, alljährlich zu Weihnachten die Hälfte eines Schweines zu 300 Pfund und den dritten Teil des Obstes aus dem Garten.

Das Grundstück blieb lange im Familienbesitz der Sahlings und die Witwe von Hans Jacob Sahling, von vielen nur Tante Emmy genannt, führte das Milchgeschäft noch bis in die Sechziger Jahre weiter. Als die Gesellschaft für Markforschung 1966 das Grundstück übernahm, die das Hausinnere für Bürozwecke nutzte, ließ sie aber erfreulicher-! weise keine Veränderung am Äußeren vornehmen. Im Laufe der Jahre expandierte die Gesellschaft immer stärker, so daß sie gezwungen war, ein neues, großes Bürogebäude zu errichten. Nils Peter Sieger, der seinen Wohnsitz seit Jahren in Portugal hat, nutzte die Gelegenheit und erwarb das Haus, um daraus einen Familiensitz zu machen, geeignet für Gäste und Familienfeiern der großen Familie Sieger. Mit viel Liebe zum Detail, entstand daraus ein Kleinod im Stile der alten Zeit. Der Osdorfer Rolf Sieger, ein Bruder des Besitzers und bekannt als Leiter der Tiefbauabteilung Blankenese, leitete vor Ort die Umbauarbeiten und legte in seiner Freizeit zusammen mit seiner Familie selbst mit Hand an. Neben den umfangreichen Innenarbeiten wurde die Fassade erneuert und die Farbe aufgefrischt.

Der Eingangsbereich erhielt eine neue Einfriedigung, der Asphaltbelag des Hofes wurde aufgenommen, so daß das alte schöne Kopfsteinpflaster wieder zum Vorschein kam. Blumenkästen, neu eingepflanzte Eichen, Kastanien und ein Rotdorn vervollständigen das Bild; den Garten legte man als Bauerngarten an. Ein besonderer Clou ist die alte Wasserpumpe auf dem Hof. Sie sieht nicht nur hübsch aus, sie ist auch wieder voll funktionsfähig. Das gelang einem „Tüftler“ mit Namen Musik, er stammt aus Oberschlesien, lebt aber jetzt in Hamburg. Die Ersatzteile für die Pumpe besorgte er in Polen und werkelte solange, bis das erste Wasser — Oberflächenwasser — lief.

Rolf Sieger, der Bruder von Nils Peter Sieger, demonstriert die Funktionsfähigkeit der restaurierten Wasserpumpe

Rolf Sieger, der Bruder von Nils Peter Sieger, demonstriert die Funktionsfähigkeit der restaurierten Wasserpumpe

Das Engagement von Peter und Rolf Sieger zeigt, daß man Altes zur eigenen und zur Freude vieler erhalten und doch modern nutzen kann. Dafür ist man in Osdorf den „Siegers“ dankbar.

Der Artikel für Sie zum Download: Die Osdorfer Zeitung über Nils Peter Sieger in 1991 [pdf]

Ein Bauernhaus lebt auf: der Hamburger Klönschnack über die Restaurierung eines historischen Bauernhauses in Nienstedten durch Nils Peter Sieger

Das Hamburger Magazin Klönschnack berichtet in seiner Ausgabe vom Juni 1990 über die Restaurierung eines historischen Bauernhauses in Nienstedten durch Nils Peter Sieger. Wir bringen den Artikel im Wortlaut sowie zum Download.

Ganz wie in alten Zeiten – Ein Bauernhaus lebt auf.

Mit einem guten Blick für verborgene Schönheit, einem engagierten Bruder und seinem fast schon aus der Mode gekommenen Familiensinn kaufte Nils Peter Sieger ein altes Osdorfer Bauernhaus und machte es wieder zu dem, was es war: ein Mittelpunkt für jung und alt.

Das, was einem zuerst einfällt, wenn man so einem schönen, alten Haus gegenübersteht, sind wohl Tradition und Familie und so was wie Erdverbundenheit und Wurzeln haben. Anders gesagt, alles das, was heute im Alltäglichen rar geworden ist, und vieleicht deshalb um so wertvoller in unseren Köpfen.

Bauernhaus von Nils Peter Sieger in Hamburg Nienstedten

Bauernhaus von Nils Peter Sieger in Hamburg Nienstedten

Mit solchen vagen Gefühlen betritt man dann zum Beispiel dies Bauernhaus, Langelohstraße 136. Von der Deele aus selbstverständlich. Läßt den Lärm der Straße hinter sich und kommt in einen Raum, dessen Wände nach Holz riechen und nach Erde. Auch das Licht ist hier anders. Dunkler, wärmer, wichtiger.

Die Decke ist hoch und luftig, das Gebälk so wie die Türen aus kräftigem Holz. Durch die man durchschauen kann, wenn sie offenstehen: von der Deck durch die sich anschließenden Räume bis durch die Fenster des später gebauten neuen Hauses in den Vorgarten.

Wunderbar. Alles genauso, wie man es sich vorstellt. Bis auf die Geschichte dieses Bauernhauses. Die nämlich ist gar nicht so, wie man sich das vorstellt, sondern: Gebaut ist dieses Haus anno 1766 von Joh. Hinr. Wohrn. Doch es ist danach nicht, wie – man annehmen könnte – Generation für Generation stets an den ältesten Sohn vererbt.

Nein, dieser Bauernhof hat im Laufe der Jahrzehnte viele Besitzer gesehen. Angefangen beim oben genannten Joh. Hinr. Blohm. Doch bereits seine Tochter und ihr Ehemann haben es weiterverkauft. Hans Cristoph Leseberg und dessen Sohn Johann hat u.a. auch einmal gehört. Das war von 1817 bis 1857.

Von da an kehrte ein paar Jahre lang Beständigkeit ein, denn das Haus ging in den Besitz der Familie Sahling über. Hans Sahling war Milchhändler und betrieb fortan fleißig Milchwirtschaft auf dem Hof. Mit einem kleinen Laden, den er im Anbau des alten Bauernhofes einrichtete und der bis vor wenigen Jahren noch so manche Mark einbrachte.

Ja und dann, im Jahre 1966, wurde erst einmal alles anders. Die Gesellschaft für Marktforschung zog ein. Die alten Fachwerkbalken, Türen und Holzfußböden wurden blau gestrichen und nicht Milch, sondern Papier wurde die Existenzgrundlage des Hauses.

Als 1989 Peter Sieger den Hof erwarb, war der Zustand des Bauernhofes weit entfernt von allem Ursprünglichen. Oder auch nicht, denn Rohre; Leitungen und sanitäre Anlagen waren eher so wie zu Kaisers Zeiten. Und wie gesagt, alles Holz war blau. Ein gutes Stück Arbeit lag an. Und ein Problem, denn Peter Siegers Wohnsitz ist seit Jahren nicht etwa Deutschland, sondern Portugal.

Doch wozu hat man einen Bruder? Der die eigene Leidenschaft für schöne, alte Dinge teilt und darüberhinaus auch noch handwerklich nicht gerade unbegabt ist.

So fuhr Peter Sieger wieder nach Portugal und legte die Restauration in die Hände jenes besagten Bruders, der sogleich mit einigen anderen hilfreichen Händen die Arbeit in Angriff nahm.

Das Gebälk wurde geprüft und erneuert, die Fußböden und Treppen in nächtelangen Aktionen von Teppichboden, Spachtelmasse und Kleber befreit, die blaue Farbe überall mühsam abgehobelt, abgebrannt und abgeschmiergelt, neue Rohre verlegt und die sanitären Anlagen renoviert oder umgebaut. Mit einer traumhaften, riesigen Badewanne und vielen, antiken Details.

Die sammelte man auf Flohmärk/en und in Antiquitätengeschäften zusammen. Von den geschmiedeten Türgriffen bis zur Ziehvorrichtung, die den Wasserkasten im Badezimmer bedient. Alles ist sorgsam und mit Liebe ausgesucht und hergerichtet. Vielleicht ist es sogar so, daß dieses Haus noch nie so schön war wie dieser Tage.

Und es ist wie geschaffen für große Feste. Familienfeste. Die waren es auch, die Peter Sieger im Sinn hatte, als er den Hof kaufte. Er wollte ein Haus, das Treffpunkt der ganzen Familie ist. In dem man Geburtstage feiern kann und Weihnachten, den Sommer oder eine Hochzeit. Ein Haus in dem Platz ist für alle.

Die Feuerprobe hat es bereits bei seiner Einweihung bestanden. Als Hinz und Kunz und sogar das spanische Königshaus anwesend waren. Da zog das Leben wieder ein. Man feierte mit Sekt und Seher, großem Buffet. Musik und Tanz. Ganz wie in alten Zeiten.

Der Artikel für Sie zum Download: Klönschnack 1990 Bauernhaus [pdf].

Land im Aufbruch – das Magazin Cash und Nils Peter Sieger zu Portugals Immobilienmarkt

Das Magazin Cash berichtet 1998 unter dem Titel „Land im Aufbruch“ über Portugals Immobilienmarkt. Nils Peter Sieger wird mit Hinweisen zum Immobilienkauf zitiert.
Wir bringen den Artikel vollständig und zum Download.

Land im Aufbruch

1998 — ein Goldjahr für die kleine Nation am Atlantik. Der Traum von der Teilnahme an der gemeinsamen Währung wurde für Portugal wahr.

VON SABINE GROTH

Unberührte Natur soweit das Auge reicht. Eine sechs Hektar große, mit Seen durchzogene Waldland-schaft erstreckt sich vor der Terrasse des pom-pösen Palastes Quinta Patin°. Er ist benannt nach jenem lupenreinen Kapitalisten Antenor Patin°, der ein Vermö-gen in bolivianischen Zinnminen machte. Patino ließ sich sein Anwesen vor 50 Jahren errichten. Stararchitekt Leonardo Castro Freire mußte die Architektur alten Fayence-Kacheln anpassen, die der Hausherr gesammelt hatte. Kino und Bowlingbahn wurden auch eingebaut. Vor einiger Zeit verkaufte die Witwe das imposante Gebilde an das viertgrößte Finanzinstitut Portugals, ’neo Espirito Santo. Jetzt sollen auf dem Grundstück 91 Villen entstehen. „Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für die 1.100 bis 6.500 Quadratmeter großen Parzellen beträgt 125 Euro. Über 70 Prozent des Baulandes sind bereits verkauft“, sagt Louretno de Mmeida, Direktor Clube da Quinta Patino, Estoril. Die Quinta Patino ist nur eines von vielen vielversprechenden Investitionsobjekten, die Portugal zu bieten hat. Vor 15 Jahren dachte keiner daran, sein Geld in das Land auf der iberischen Halbinsel zu bringen. Portugal war ein Synonym für Armenhaus. Doch seit dem EG-Beitritt 1986 hat sich das Land zu einem beliebten Investitionsstandort für internationale Unternehmen gemausert. Die Wirtschaft ist stabil, die Inflationsrate lag 1997 bei 1,9 Prozent, das Haushaltsdefizit fiel auf 2,45 Prozent zurück. Durch umfangreiche Privatisierungen konnten die Staatsschulden auf 62 Prozent des Bruttoinlandsprodukts reduziert werden.

Land im Aufbruch – das Magazin Cash und Nils Peter Sieger zu Portugals Immobilienmarkt

Land im Aufbruch – das Magazin Cash und Nils Peter Sieger zu Portugals Immobilienmarkt

Auch für 1998 ist wieder ein Wirtschaftswachstum von 3,8 Prozent zu erwarten. Steuervergünstigungen, Fördergelder, niedrige Körperschaftssteuern und billige Arbeitskräfte machen Portugal noch attraktiver. Nach den Spaniern sind die Deutschen die größten Investoren. Mehr als 500 deutsche Firmen haben sich schon angesiedelt, die meisten in Groß-Lissabon und Groß-Porto. Das größte Investitionsprojekt ist AutoEuropa bei Settibal, ein Joint Venture zwischen Ford und Volkswagen zur Produktion von Großraumlimousinen.

Land im Aufbruch – das Magazin Cash und Nils Peter Sieger zu Portugals Immobilienmarkt

Land im Aufbruch – das Magazin Cash und Nils Peter Sieger zu Portugals Immobilienmarkt

Aber: Obwohl die Arbeitslosenquote nur 6,7 Prozent beträgt, eine der niedrigsten Europas, leben über zwei Millionen Menschen (mehr als jeder fünfte) unterhalb der Armutsgrenze. Während die Lissabonner Gesellschaft ihre Villen im nahen Estoril und Cascais pflegt, vergammeln am Stadtrand Wellblechhütten, die an brasilianische Favelas erinnern. Schlechte Schul- und Berufsausbildung ergeben eine Produktivität, die nur 40 Prozent der deutschen beträgt. Die Regierung verspricht Ausbildungsreformen. Finanziell sieht es für den Staat jedoch gar nicht so gut aus. Nach einer jahrelangen überdurchschnittlichen Unterstützung durch EU-Gelder drohen jetzt drastische Kürzungen. Dennoch: Die Stimmung ist upbeat. Im „Handelsblatt“ erklärt Ministerpräsident Antön’° Guterres, daß sein Land trotz des strukturellen Rückstands gegenüber den stärker entwickelten Ländern optimistisch in die Zukunft blickt.

Schlechte Zeiten für Vermieter

Ein antiquiertes Mietrecht hat Portugals Wohnungsmietmarkt in die Misere geführt. Unkündbare Mietverträge zwingen Hausbesitzer, ihre Wohnungen zu Spottpreisen zu vermieten. Konsequenz: Lieber verkaufen als vermieten.

Vermieter haben in Portugal einen schweren Stand. Die Wohneigentumsrate liegt bei 66 Prozent. Dies ist nicht zuletzt auf das vermieterfeindliche Mietrecht zurückzuführen (siehe Kasten „Mietrecht“, Seite 86). Überall in Lissabon fallen heruntergekommene Wohnhäuser ins Auge. Als nach Ende der Diktatur 1974 die Inflationsrate auf über 30 Prozent anstieg, ließ der Staat die Mieten trotzdem noch zehn Jahre eingefroren. Hauseigentümer verarmten, Instandhaltungsarbeiten konnten nicht finanziert werden. Den Häusern drohte der Verfall. Moderate Mieterhöhungen, die seit 1984 möglich sind, haben die Situation nicht nachhaltig verbessert. 1995 beschloß die Regierung ein neues Mietrecht, das auch dem Vermieter eine Kündigung ermöglicht. Trotzdem: Wer als Kapitalanlage eine Wohnimmobilie erwirbt, muß mit Problemen bei der Vermietung rechnen. Pedro M. Seabra, Managing Director der Immobilienberatung CB Richard Ellis, Lissabon: „Portugals Wohnungssuchende sind es nicht gewohnt, hohe Mieten zu zahlen.“ Dennoch: IN’s, einer der wenigen Makler, die sich mit Vermietung von Wohnraum beschäftigten, registriert auskömmliche Mieten bei Neubauten mit moderner Ausstattung. Für ein Zwei-Zimmer-Apartment mit Garage in Lissabon werden 900 Euro im Monat verlangt, ohne Garage im noblen Vorort Cascais kostet es 500.

Immobilienkauf in Portugal

Nichtansässige können uneingeschränkt kaufen. Zur Immobiliensuche kann ein lizensierter Makler eingeschaltet werden. Seine Provision von fünf Prozent zahlt der Verkäufer. Um den Kaufpreis zu drücken, empfiehlt Nils Peter Sieger (siehe Foto Seite 85), Geschäftsführer der Investmentberatung Finurba, Lissabon, die Suche auf eigene Faust. Verkaufsschilder an den Immobilien zeigen an, daß sie zu haben sind. Ein Anwalt, auf den nicht verzichtet werden sollte, erledigt dann die Formalitäten. Eine Liste von deutsch-sprachigen Anwälten und lizensierten Maklern ist in der Deutsch-Portugiesischen Industrie- und Handelskammer (IHK) in Lissabon erhältlich. Und so läuft alles ab: Zuerst wird der Eintrag im Grundbuch (registo predial) und die Caderneta Predial, eine Art Immobilienausweis, die beim Finanzamt liegt, geprüft. Letztere weist das Grundstück als landwirtschaftlich (rustico) oder städtisch (urbano) aus. Landwirtschaftliche Grundstücke sind billiger, dürfen jedoch oft nicht mit einem Wohnhaus bebaut werden. Berthold Grandy, Leiter der Steuer- und Rechtsabteilung der Deutsch-Portugiesischen IHK in Lissabon, rät Ortsfremden von dem Versuch einer langwierigen Umwidmung des Grundstücks ab. Da in Portugal viele Schwarzbauten zu finden sind, ist die Caderneta auch bei bebauten Grundstücken zu prüfen. Gleiches gilt für die Wohn- bzw. Baugenehmigung. Beantragt wird sie beim zuständigen Bauamt. Vor dem notariellen Kaufvertrag wird ein Vorvertrag abgeschlossen und eine Anzahlung gemacht. Tritt der Käufer vom Vertrag zurück, verfällt seine Anzahlung. Der Verkäufer muß bei Vertragsverletzung die doppelte Summe an den Käufer zahlen. Die Beurkundung erfolgt durch einen portugiesischen Notar, die restliche Kaufsumme ist jetzt fällig. Der Erwerb wird beim zuständigen Grundbuchamt registriert.

Land im Aufbruch – das Magazin Cash und Nils Peter Sieger zu Portugals Immobilienmarkt

Land im Aufbruch – das Magazin Cash und Nils Peter Sieger zu Portugals Immobilienmarkt

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Ein Bubentraum wird zum Big Business: Die SonntagsZeitung über Nils Peter Sieger und seine Firma Arqueonautas

Die Zürcher SonntagsZeitung berichtet am 2.11.1997 über die neu gegründete Firma Arqueonautas von Nils Peter Sieger. „Von den 96 Schiffen, die wir auf den Kapverden bisher entdeckt haben, sind nur deren zehn historisch und finanziell interessant“, wird Nils Peter Sieger zitiert. „Schatzsucherei ist ein Glücksspiel wie Pferderennen“ sagt er. „Nur ist letzteres todlangweilig“.
Wir veröffentlichen den Artikel ungekürzt und zum Download.

Ein Bubentraum wird zum Big Business

Von Walter de Gregorio

LISSABON — Früher war es ein Hobby für Abenteurer, heute ist es ein professionelles Geschäft: Dank modernster Technik und risikofreudigen Investoren ist die Schatzsucherei zu einem boomenden Wirtschaftszweig geworden.

Das einzige, was Nils Peter Sieger von Afrika nach Hause brachte, war Hepatitis.

Das war 1974. Zwanzig Jahre später ging der erfolgreiche Immobilienhändler ein zweites Mal auf Schatzsuche. Er gründete eine Gesellschaft, engagierte Historiker und Taucher, investierte über drei Millionen Dollar. Immer noch nichts.

Nils Peter Sieger, ein in Portugal lebender Deutscher, ist der Prototyp des risikofreudigen, hartnäckigen Investors. Kein Seebär alten Schlags, kein kindlicher Abenteurer, kein verwegener Glücksritter. Sieger steht mit beiden Beinen auf dem Boden, ist ein erfolgreicher Geschäftsmann, baut Häuser mit Fundament. Bis er abends zu träumen beginnt.

Wie Pilze schiessen professionelle Schatzsuchergesellschaften derzeit aus dem Boden. Sie heissen Arqueonautas wie Nils Peter Siegers Firma oder Marex, Nautik, Geomar, Atlantis. Es sind Aktiengesellschaften, und sie haben ein einziges Ziel: An die Oberfläche zu holen, was in den vergangenen fünfhundert Jahren in die Tiefe der Weltmeere verschwand — Gold, Silber, Juwelen.

Mit gutem Grund: Alleine in der Karibik liegen nach neuesten Schätzungen von Experten Preziosen im Wert von über 50 Milliarden Franken. Und auch in anderen Gegenden sorgten Hurrikane, Riffe und Piraten dafür, dass Schatztruhen im Meer verschwanden. Mindestens 570 Tonnen Gold sollen in den Hoheitsgewässern der einstigen Kolonialmacht Portugal ruhen, gar 8000 Tonnen in jenen Spaniens — das entspricht dreieinhalbmal der Goldreserve der Schweizer Nationalbank.

Die Unglücksstellen vieler Schiffe sind schon seit Jahren bekannt, doch war deren genaue Ortung und Bergung technisch bisher äusserst schwierig. Nicht selten liegen die Wracks mehrere hundert Meter tief, verstreut über riesige Flächen oder unter meterdicken Schlickschichten. 2000 Meter tief musste Tommy Thompson sei-nen Roboter tauchen lassen, bis er 1980 den Schatz der «SS Central America» bergen konnte. Und bis Burt Webber 1979 die 1641 gesunkene «Conception» und ihre Ladung von über 100 Tonnen Gold fand, hatte er Jahre gesucht.

Artikel der Zürcher SonntagsZeitung über Nils Peter Sieger und seine Arqueonautas 1997

Artikel der Zürcher SonntagsZeitung über Nils Peter Sieger und seine Arqueonautas 1997

Der Traum vom Zufallsfund wird praktisch immer ein Traum bleiben

Wer die Goldtruhe eines Henry Morgan oder Sir Franeis Drake knacken will, wer es auf die 1799 gesunkene «Lutine» oder die Schätze der portugiesischen «Cinque Chagas» abgesehen hat, muss einen langen Atem haben. Sensationsfunde wie jener der vier amerikanischen Sporttaucher jedenfalls. die vor Jahren in nur vier Meter Tiefe nahe Great Bahama Island Goldbarren im Wert von 12 Millionen Franken fanden, sind Zufälle.

In einer Hinsicht haben sich die Voraussetzungen mittlerweile aber radikal verändert. «Heute ist technisch fast alles möglich», sagt Reinhold Ostler, Präsident des internationalen Schatzsuchervereins AK., das erkläre den Boom. Die hochpräzisen Mess- und Ortungsgeräte und auch die anderen Werkzeuge, die heute auf dein Markt sind, lassen fast keinen Wunsch mehr offen. Vor allem aber sind sie vergleichsweise günstig zu haben. Von hochpräzisen Satelliten-Navigationssystemen, Sonar-Sichtgeräten und Magnetometern bis hin zu ferngesteuerten Unterwasserrobotern und Druckausgleichanzügen. die Tauchgänge bis 600 Meter erlauben, steht dem modernen Schatzsucher feines Werkzeug zu erschwinglichen Preisen zur Verfügung.

Doch High-Tech-Ausrüstung alleine genügt nicht. «Wir haben ein Projekt auf den Azoren abgebrochen, weil uns Portugal die Lizenz entzogen hat», sagt Nils Peter Sieger, der mittlerweile ein Exklusivrecht für die Kapverden hat. Die Schürfrechte, vor allem aber die Frage nach dem Verteilschlüssel eines Funds können langwierige Verhandlungen mit den betreffenden Staaten auslösen und nicht selten vor dem Richter enden. Erst als das Oberste Gericht der USA nach Jahren zugunsten von Tommy Thompson entschied, konnte dieser einen Grossteil des Schatzes an sich nehmen, den er aus der «SS Central America» geborgen hatte — immerhin mehrere 100 Millionen Dollar.

Heisst es. Denn genaue Zahlen fehlen. Oftmals entpuppen sich die Schatzschiffe als Wundertüten: Statt des vermeintlichen Milliardenschatzes erwartet den Taucher morsches Holz und wenig mehr. «Von den 96 Schiffen, die wir auf den Kapverden bisher entdeckt haben», sagt Sieger, «sind nur deren zehn historisch und finanziell interessant» Das entspricht etwa zwei bis drei Prozent, der in diesem Gebiet vorhandenen Wracks.

Oft hängt der Wert antiker Funde auch vorn Auktionserlös ab, wie Erwin Dietrich, Münzhändler in Zürich. sagt. «Es kann durchaus sein, dass weniger mehr ist.» Wenn plötzlich kistenweise Münzen herumgereicht werden, die als Rarität galten, sackt der Preis logischerweise zusammen.

Nicht selten werden auch absichtlich falsche Hoffnungen geweckt. Der Schatz wird aufgeteilt, bevor er noch gefunden wurde. Wer neue Geldgeber sucht, streut gezielt Falschmeldungen von Sensationsfunden in den Medien. «Fund raising» nennt sich diese Kunst, die der Norwegische Investor Morten Mo beherrscht, wie er jüngst bewies. Die Meldungen vom Milliardenschatz, der vor der Küste Ecuadors gefunden wurde, sorgten im März dieses Jahres weltweit für Schlagzeilen und liessen Mortens Aktien kurzfristig in die Höhe schnellen. In der legendären «Capitana» wurden bisher aber lediglich wenige Silbermünzen gefunden.

In einer Brunche, in der es um Märchenschätze geht, tummeln sich nicht weniger schrille Figuren als in den Piratennestern von einst. Nils Peter Sieger hat jedoch keine Angst, wegen seiner Abenteuerlust, als seriöser Unternehmer nicht mehr ernst genommen zu werden. «Ich würde meine Geschäftspartner im Immobilienbereich nie von einer solchen Investition zu überzeugen versuchen». sagt er. Ganz anders sei das bei der Schatzsucherei. Sieger verspricht seinen Aktionären eine Rendite von über 300 Prozent. Doch «Jeder weiss, worauf er sich einlässt.»

Bis zu 85 Prozent der Verluste können die Schatzsucher in den USA von den Steuern abziehen, müssen aber nur 20 Prozent -der Gewinne versteuern. «Das schafft einen Anreiz, in solche Unternehmen zu investieren», sagt Nigel Pickford, Arrtor verschiedener Schatzsucherbücher und renommierter Historiker. Aber das alleine könne die Faszination der Schatzsucherei nicht erklären, vor allem für jene, die das Ganze seriös betrieben.

«Die höchste Attraktion, ein Schatzschiff zu erforschen», sagt er, «liegt darin, dass es dem Individuum die Möglichkeit zu einem unmittelbaren und sehr mächtigen Eintauchen in eine andere historische Zeit bietet. Ein Wrack ist eine perfekt erhaltene Zeitkapsel.»

Das glaubt auch Nils Peter Sieger. Die Geschichten über Piraten und Goldschätze seien jedenfalls beliebte Gesellschaftsthemen. Die Leute seien fasziniert, sobald über versunkene Galeonen und Karavellen gesprochen werde. «Damit kann eine öde Party locker gerettet werden», sagt Nils Peter Sieger. Dass ihn sein Hobby teuer zu stehen kommt, stört ihn nicht. Was har er auch für eine Alternative?

„Schatzsucherei ist ein Glücksspiel wie Pferderennen» sagt Nils Peter Sieger «Nur ist letzteres lodlangweilig“.

Artikel der Zürcher SonntagsZeitung über Nils Peter Sieger und seine Arqueonautas 1997

Artikel der Zürcher SonntagsZeitung über Nils Peter Sieger und seine Arqueonautas 1997

Tonnenweise Gold, Silber und Edelsteine hegen noch im Meer

Drei der interessantesten und wertvoll-sten Schiffe, die noch zu bergen sind:

Las Ciiraque Chagas, ein portugiesischer Viermaster, sank 1594 auf dem Rückweg von Goa nach Lissabon südlich der Azoren, nachdem er von englischen Piraten angegriffen worden war. Über 1000 Personen, darunter viele betuchte Händler, befanden sich an Bord. Die «Cingue Chagas» galt als eines der Prachtstücke der Schiffsbaukunst. Neben Gold aus Indien, Indonesien und Mocambique hatte sie grosse Mengen an Rubinen, Perlen und Diamanten geladen. Der Wert der Preziosen wird heute auf rund 200 Millionen Franken geschätzt.

Lutine, ein britisches Frachtschiff, lief 1799 während der Fahrt von London nach Hamburg vor der holländischen Insel Terschelling auf eine Sandbank auf und sank in Minutenschnelle. Die Ladung bestand aus 1000 Gold- und 500 Silberbarren sowie 140 000 Pfund in Münzen. Das Edelmetall war deshalb besonders wertvoll, weil es während der Revolutionsjahre dringend in Deutschland gebraucht wurde, um dortige Banken vor dem Zusammenbruch zu retten. Die Ladung wird heute auf rund 100 Millionen Franken geschätzt. Verschiedene Bergungsversuche brachten bisher lediglich wenige Münzen und die Schiffsglocke ans Tageslicht, die seither in der Halle von Lloyds in London hängt. Bei jedem Schiffsunglück wird sie geläutet.

Grosvenor, ein britischer Ostindienfahrer, sank 1782 auf der Fahrt von Indien nach England an der Ostküste Südafrikas. Die Fregatte hatte eine riesige Diamantenladung an Bord sowie den Schatz von William Hosia, einem Offizier aus Ostindien. Die Briten hatten diese Reichtümer 1734 in Delhi gestohlen. Der versunkene Besitz von Hosia gilt als Rarität der Sonderklasse und könnte auf Auktionen bis zu einer halben Milliarde Franken lösen. Die Lage des Wracks ist bekannt, die Bergung jedoch sehr kostspielig und schwierig.

Für Sie zum Download: Der Artikel der Zürcher SonntagsZeitung vom 2.11.1997 [pdf]

Deja vu: Portugals Wohnungsmarkt bricht ein – Nils Peter Sieger im Handelsblatt

Das Handelsblatt sprach mit Nils Peter Sieger über den Wohnungsmarkt in Portugal und veröffentlicht einen Auszug am 16.9.2005. Wir veröffentlichen den Artikel auszugsweise im folgenden Abschnitt.

VOR ALLEM DIE ÜBERTEUERTEN FERIENIMMOBILIEN IN MEERESNÄHE VERLIEREN AN WERT

von Stefanie Müller und Handelsblatt, 16.9.2005

Portugals Immobilienmarkt steht vor einem großen Umbruch. Viele Branchenexperten wie etwa José Luis Escrivá, Chefökonom der zweitgrößten spanischen Bank BBVA, erwarten in den kommenden Jahren einen leichten Preisrückgang. Manche portugiesische Ökonomen befürchten jedoch schlimmeres: Paulo Pinho, Volkswirt an der Universidade Nova de Lisboa, sprechen sogar von einem möglichen Crash.

HB LISSABON. Portugals Wohnungsmarkt zählt seit geraumer Zeit zu den teuersten in Europa und das, obwohl die heimische Wirtschaft seit rund vier Jahren die schwächste in der Europäischen Union (EU) ist. Vor allem in den Jahren 1999 bis 2002 war die Nachfrage enorm. Dass sich die Zeiten geändert haben, lässt sich auch daran ablesen, dass die Bauaktivitäten seit Jahren leicht zurückgehen. Im vergangenen Jahr wurden nur noch rund 58 000 Wohnungen fertiggestellt und damit weniger als vor zehn Jahren.

„Beim Neubau kommt man sogar auf 4 000 Euro pro Quadratmeter“, sagt Nils Peter Sieger, Chef des Immobilienberatungsbüro Finurba in Lissabon. Auch an der schönen, weil noch nicht verbauten, Küste rund um Estoril, in der Nähe von Lissabon, müssen Käufer bereits rund 3 500 Euro pro Quadratmeter für eine neue Wohnung mit Blick aufs Meer hinlegen. „Wirkliche Schnäppchen kann man nur noch im Landesinneren machen“, stellt Berater Sieger fest.

Doch die verheerenden Waldbrände in diesem Sommer besonders im Norden des Landes haben viele der ländlichen Regionen auf lange Zeit unattraktiv gemacht. Zu den betroffenen Gebieten zählt beispielsweise das Umland der alten Universitätsstadt Coimbra. „Da sind nur noch schwarze Löcher zu sehen“, sagt Sieger.

 Link zum Artikel: Handelsblatt vom 16.9.2005

Englische Version:

ESPECIALLY OVERPRICED NEW PROPERTY NEAR SEA TO LOSE VALUE

by Stefanie Müller and Handelsblatt, 16.09.2005

Portugal’s property market is facing a major upheaval. Many industry experts such as José Luis Escrivá, Chief Economist of the second-largest Spanish bank BBVA expect in the coming years, a slight price decline. Some economists fear Portuguese but worse: Paulo Pinho, an economist at the Universidade Nova de Lisboa, even speak of a possible crash.

HB LISBON. Portugal’s housing market has been one for some time the most expensive in Europe, even though the local economy is the weakest in the European Union (EU) for about four years. Especially in the years 1999 to 2002, the demand was enormous. Is that times have changed, can be seen through the fact that the construction activities easily go back for years. Last year, only about 58 000 dwellings were completed, less than ten years ago.

„New construction is selling at 4 000 euros per square meter,“ says Nils Peter Sieger, head of real estate consultancy Finurba in Lisbon. Even the beautiful, not because built, coast around Estoril, near Lisbon, buyer must already lie roughly EUR 3 500 per square meter for a new apartment with a sea view. „Real bargains can be done only in the interior,“ says consultant Sieger.

But the devastating forest fires this summer, especially in the north of the country, many of the rural areas unattractive for a long time. To the affected area, for example, the area around the ancient university town of Coimbra. „There are a few black holes to see,“ said Sieger.