Die Anglo-Portuguese News über Nils Peter Sieger: Estoril resident honoured with German Cross of Merit

Die Anglo-Portuguese News berichtete am 23.3.1989 über die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Nils Peter Sieger. Wir geben der Artikel in deutscher Übersetzung und in der englischen Originalfassung wieder.

Bürger von Estoril mit Bundesverdienstkreuz geehrt

Aus: Anglo-Portuguese News (23.3.1989)

Der Estoriler Nils Peter Sieger wurde von der westdeutschen Regierung mit dem Bundesverdienstkreuz, dem angesehen zivilen Orden, ausgezeichnet. Die Auszeichnung wurde Herrn Sieger vor kurzem vom westdeutschen Botschafter in Portugal in einer besonderen Zeremonie in der Botschaft in Lissabon übergeben. Peter Sieger ist in Portugal gut für seine ehrenamtliche Arbeit als internationaler Vertreter für die SOS-Kinderdörfer bekannt, einer weltweiten Non-Profit-Organisation, die Häuser für Waisenkinder betreibt.

Nils Peter Sieger in Begleitung seiner Eltern Dr. Friedrich Sieger und Elisabeth Sieger

Nils Peter Sieger in Begleitung seiner Eltern Dr. Friedrich Sieger und Elisabeth Sieger

Mit Sitz in München betreibt die Organisation Dörfer rund um den Globus, darunter eines in der Nähe von Estoril. Peter hat freiwillig für 20 Jahre für die SOS-Kinderdörfer gearbeitet und ist derzeit verantwortlich für Organisation in Spanien. In der Vergangenheit hat er für SOS in Haiti, Santo Domingo, Panama, Venezuela und Bogota gearbeitet. In seiner Rede an Peter und seine Familie lobte der deutsche Botschafter ihn für die enorme Menge an Arbeit, die er für SOS während dieser 20 Jahre geleistet hat während er zur gleichen Zeit eine erfolgreiche Karriere als Geschäftsmann aufgebaut hat.

Obwohl Peter ein westdeutscher Bürger ist, lebt er seit 27 Jahren in Portugal und ist ein prominentes Mitglied der Lissaboner Geschäftswelt. Er Partner bei Finurba, einem internationalen Handels-und Projektentwicklungs-Unternehmen, das vor 25 Jahren mit gegründet hat. Bei der Ehrung in Lissabon waren anwesend Peters Eltern, Dr. Friedrich Sieger, ein Meteorologe, und seine Frau Elisabeth, sowie ein Bruder und eine Schwester, die aus Peters Heimatstadt Hamburg angereist. „Es ist eine wunderbare Sache“, sagte Peter in seinem Haus in Estoril in dieser Woche. „Es war eine große Überraschung, und ich habe immer noch keine Ahnung, wer mich dafür empfohlen hat.

Der Artikel zum Download: Anglo-Portuguese News 23.3.1989

Englische Originalfassung des Artikels aus Anglo-Portuguese News

Estoril resident honoured with German Cross of Merit

From: Anglo-Portuguese News (23.3.1998)

ESTORIL resident Mr. Nils Peter Sieger has been awarded the Cross of Merit, the most prestigious civilian medal given by the West German Government. The medal was presented to Mr. Sieger recently by the West German Ambassador to Portugal, in a special ceremony at the Embassy in Lisbon. Peter Sieger is well known in Portugal for his voluntary work as an international representative for the SOS Children‘s Villages International, a worldwide non profit-making organisation, which provides homes for orphans.

Nils Peter Sieger flanked by his parents Dr. Friedrich Sieger and Elisabeth Sieger

Nils Peter Sieger flanked by his parents Dr. Friedrich Sieger and Mrs. Elisabeth Sieger

Based in Munich, the Organisation now has villages around the globe, including one near Estoril. Peter has worked voluntarily for 20 years for the SOS Children‘s Villages, and is currently in charge of operations in Spain. In the past he has worked for SOS in Haiti, Santo Domingo, Panama, Venezuela and Bogota.

In his speech to Peter and his family the German Ambassador praised him for the tremendous amount of work he had achieved for SOS during those 20 years, and at the same time carrying on a successful business career. Although Peter is a West German citizen, he has been resident in Portugal for 27 years, and is a prominent member of the Lisbon business community.

He is a partner in Finurba, an international trade and development company, which he helped establish 25 years ago. The presentation ceremony was attended by Peter‘s parents, Dr. Friedrich Sieger, a meteorologist, and his wife Elisabeth, as well as a brother and sister who travelled from Peter‘s home city of Hamburg to be in Lisbon for the occasion. “lt is a wonderful thing to happen,“ said Peter at his Estoril home this week. “It was a big surprise too, and I still have no idea who recommended me for it.

Advertisements

Geschäfte mit einem Hauch von Abenteuer: Die Portuguese Review über Nils Peter Sieger

Die Lissaboner Portuguese Review veröffentlichte im Dezember 1993 einen ganzseitigen Artikel über den Werdegang von Nils Peter Sieger. Diesen Artikel geben wir in deutscher Übersetzung wieder.

Menschen in Lissabon: Geschäfte mit einem Hauch von Abenteuer 

Aus: Portuguese Review (Dezember 1993)

In 1961 trampte Nils Peter Sieger durch Europa und blieb in Lissabon stecken – mit nichts als seinem Rucksack. Sein erster Anzug war ein Geschenk von Dr. Maric Mosqueira do Amaral (heute immer noch ein enger Freund), was ihm eine Lehre bei der Banco Espirito Santo e Comercial de Lisboa ermöglichte.

Eine Stadt der Nostalgie

Lissabon, die nostalgischste Hauptstadt Europas zu jener Zeit, war in einem Tagtraum über seine glorreiche Vergangenheit befangen. Politische Diskussionen über Portugals Bestimmung liefen darauf hinaus, die überseeischen „Provinzen“ niemals aufzugeben gegen den zunehmenden Druck von außen, insbesondere der USA. Im gleichen Jahr wurde der portugiesische „Staat von Indien“ von der indischen Armee besetzt und Salazar sandte 30.000 Soldaten nach Angola, um es vor „Chaos und Kommunismus“ zu schützen, die durch den benachbarten Kongo fegten.

Der 22-jährige Lehrling aus einer Privatbank in Hamburg kam aus einer Familie mit einem starken Sinn für Tradition und Wertschätzung für den Charme der vorindustriellen Zeit – beides hatte Lissabon im Überfluß. (Jahre später, als er es sich leisten konnte, wurde Sieger, ein Offizier der deutschen Marine, ein leidenschaftlicher Sammler von antiken nautischen Instrumenten, Karten und Büchern). Aber Sieger spürte den Wind des Wandels in Portugal, und war hungrig nach Erfolg.

Nils Peter Sieger Business with a sense of adventure - Portuguese Review (1993)

Nils Peter Sieger Business with a sense of adventure – Portuguese Review (1993)

Eine Partnerschaft für den Erfolg

Er fand den Partner für seine großen Ideen in Dieter Kleinschmidt, der in der Bucht von Cascais in 1962 gestrandet war während der Überführung eines Segelbootes nach Portugal. Die beiden Männer ergänzten einander und der Hauch des Abenteuers, der über ihrem Treffen lag, durchwehte auch ihre Geschäfte.

Während Sieger durch seine Fantasie und Vision angetrieben wurde, war Kleinschmidt skeptisch, inquisitorisch, detail-orientiert und praktisch. Mehrere Jahre vergingen, bevor sie sich zusammentaten: Kleinschmidt ging zurück nach Deutschland um seine Architekturstudien zu beenden und Sieger verdiente seinen Lebensunterhalt durch Deutschunterricht in den Abendstunden während er tagsüber bei der Bank Espirito Santo arbeitete. Unterdessen knüpften sie ein Netzwerk von Kontakten in beiden Ländern, das sich als Aktivum erweisen sollte, als sie im Jahr 1967 ihre Firma Finurba gründeten.

Ein breites Portfolio

Nur wenige Unternehmen in der portugiesischen Immobilienbranche sind mit Finurba in der Vielfalt der Dienstleistungen zu vergleichen: Investment Consulting, Projektierung und Finanzierung, Architektur, Engineering und Bauüberwachung. Ihre Referenzliste enthält industrielle Komplexe, Bürogebäude, Kirchen, Schulen, Fünf-Sterne-Hotels, touristische Entwicklungen, Einkaufszentren, Golfplätze und private Residenzen. „Flexibilität ist unsere Basis. Wenn andere nicht wissen, wie man weitermachen soll, schaffen wir einen unkonventionellen Konzept und suchen die richtige Konstellation und die besten Partner „, erklärt Kleinschmidt.

Nach dieser Devise expandierten sie in den Nahen Osten und das portugiesischsprachige Afrika. Obwohl Geschäftsmöglichkeiten verlorengingen, als die Kolonien schließlich ihre Unabhängigkeit erlangten, blieben Kontakte und Freundschaften. Derzeit plant Finurba ein Resort auf der Insel Sao Tomé im Golf von Guinea und ein 90 ha großes Gewerbegebiet in Palmela in der Nähe von Setúbal.

Für die Opfer der Erdbeben-Katastrophe in Algerien entwickelten sie „portable“ Häuser aus Komponenten von Polyurethan-Schaum und Stahlgerüsten. In den Jahren nach der Revolution, als Portugal von den Anlegern gemieden wurde, machte diese Produkt, das nach Venezuela, Brasilien, Saudi-Arabien und Sudan exportiert wurde, Finurba international bekannt.

Zukunftsaussichten

Beide Partner haben ein starkes soziales Engagement. Kleinschmidt war für die Deutsche Schule aktiv und Nils Peter Sieger für die SOS-Kinderdorf-Organisation in Lissabon. Er hat zum Aufbau der Kinderdörfer in der Karibik, Südamerika und Spanien über viele Jahre maßgeblich beigetragen. Derzeit ist er behilflich mit der Organisation eines SOS-Kinderdorfes in Sta. Cruz de Tenerife.

Neben der Verwaltung ihres Bestandes von Lissaboner Bürogebäuden, Villen und Freizeitparks gründeten Sieger und Kleinschmidt kürzlich Arqueonautas SA, ein Unternehmen, das auf die Bergung von Schiffen vor der portugiesischen Küste, die zwischen dem l6. und l9.Jahrhundert versunken sind, spezialisiert ist. Am 30. September verkauften sie Finurba an Caspen Oil, ein Unternehmen, das an der amerikanischen Börse notiert ist und seit kurzem in die europäischen Immobilien- und Energiemärkte investiert. Beide bleiben Direktoren bei Finurba, und es wird interessant sein, die Ergebnisse dieser Ehe zwischen einem individualistischen europäischen Unternehmen und einem amerikanischen Ölkonzern sehen.

Der Artikel zum Download: Nils Peter Sieger_Business_with_a_sense_of_adventure

Englische Version des Artikel aus Portuguese Review

People, in Lisbon: Business with a sense of adventure

From: Portuguese Review (Dezember 1993)

In 1961 Peter Sieger hitch-hiked through Europe and got stuck in Lisbon, carrying nothing but his backpack. His first suit was a gift from Dr. Märic Mosqueira do Amaral (still a close friend today) which enabled him to start an apprenticeship at the Banco Espirito Santo e. Comercial de Lisboa.

A city of nostalgia

Lisbon, easily the most nostalgic capital of Europe at that time, was lost in a daydream about its glorious past. Political discussions centered on Portugals determination never to give up its overseas “provinces“, against mounting external pressure, particularly from die U.S. In the same year the Portuguese “State of India“ was occupied by the Indian army, and Salazar sent 30,000 troops to Angola to protect it from “chaos and com¬munism“ sweeping the neighbouring Congo.

The 22 year old apprentice from a private bank in Hamburg came from a family with a strong sense of tradi¬tion and appreciation for the charm of the pre-industrial era, both of which abounded in Lisbon. (Years later, when he could afford it, Sieger, an officer in the German naval reserve, became a passionate collector of antique nautical instruments, ancient maps und books). But Sieger sensed the wind of change engulfing Portugal, and his mercurial tempera¬ment was hungry for success.

A partnership for success

He found the partner for his grand ideas in Dieter Kleinschmidt who was stranded in the bay of Cascais in 1962 while transferring a sailing boat to Portugal. The two men comple¬mented each other, and the note of adventure on which they met carried over into their business dealings.

While Sieger was driven by his imagination und vision, Kleinschmidt was was sceptical, inquisitive, detail-oriented und practical. Several years passed before they joined forces: Kleinschmidt re¬turned to Germany to finish his archi¬tecture studies und Sieger earned his living by teaching German in the evenings while working at die Espirito Santo bank in the daytime. Meanwhile, they built a network of contacts in both countries, which proved an asset when, in 1967, they founded their cornpany Finurba.

A wide portfolio

Few companies in Portugal‘s property development sector can compare with Finurba in the variety of Services of¬fered: investment consulting, project planning und financing, architecture, engineering and construction supervision. Their reference list includes industrial complexes, office buildings, churches, schools, five-star hotels, tourist developments, shopping centres, golf courses and private residences. “Flexibility is our basis. When others don‘t know how to go on, we create an unconventional concept und look for the right constellation and match¬ing partners“ explains Kleinschmidt.

With this motto they expanded into the Middle East and Portuguese-speaking Africa. Though business opportunities were lost when the colonies finally gained independence, contacts und friendships remained. At present Finurba is planning a resort on the island of Sao Tomé in the Gulf of Guinea and a 90 ha industrial park in Palmela, near Setübal.

For the victims of an earthquake catastrophy in Algeria they developed “portable“ houses assembled from components made of polyurethan foam sandwiched between a steel framework. In the years after the revo¬lution, when Portugal was shunned by investors, this product, which was exported to Venezuela, Brazil, Saudi¬ Arabia und Sudan, made Finurba known internationally.

Future prospects

Both partners have a strong social commitment. Kleinschmidt has been active for the German School in Lis¬bon and Sieger for the SOS Children‘s Villages organisation. He has helped to build up children‘s villages in the Caribean, South America and Spain for many years. At present he is assisting in the organisation of an SOS Chil¬dren‘s Village in Sta. Cruz de Tenerife.

Besides their holdings of Lisbon office buildings, villas and leisure prop¬erties, Sieger and Kleinschmidt recently founded Arqueonautas S.A., a company specialised in raising ships sunk off the Portuguese coast between the l6th and l9th centuries. On Sep¬tember 30th, they sold Finurba to Caspen Oil, a company listed on the American stock exchange, which has recently bought into the European property and energy markets. They both remain directors of Finurba, and it will be interesting to see the results of this marriage between an individu¬alistic European enterprise and an American oil corporation.

Der reichste Mann Portugals: Nils Peter Sieger über Belmiro de Azevedo im Handelsblatt

Stefanie Müller berichtet im Handelsblatt vom 6.2.2006 über den portugiesischen Unternehmer und Milliardär Belmiro de Azevedo. „Er gehört zu denjenigen, die nach der Diktatur das Land mit aufgebaut haben“, wird Nils Peter Sieger zitiert.

Der reichste Mann Portugals

Stefanie Müller

„Er rennt ans Netz und drischt den Ball auf den Boden des anderen Feldes. „Ein meisterhafter Volley“, lobt der Gegner. Belmiro de Azevedo, reichster Mann Portugals, ist zwar schon 67 Jahre alt, aber beim Tennisspiel in seinem Wohnort Porto will er auch heute vor allem eines: siegen“.

Weiterlesen: auf Handelsblatt.de (Link).